Sprengung der Versöhnungskirche
28. Januar 1985, Sprengung des Turms. Mauerausbau Sommer 1980
Sommer 1980, die Mauer wird "modernisiert" mit (Typ UL 12.41) symbolischerTanz vor der Mauer, 1986 1986, Pauline Löfler tanzt 'die Bedrohung' - vor der Mauer (Westseite).
 
Von der Versöhnungskirche zur Kapelle der Versöhnung

Das Bild vom fallenden Turm der Versöhnungskirche ging um die Welt. Am 22. und 28. Januar 1985 wurde die alte Versöhnungskirche - erst das Schiff, dann der Turm - gesprengt.
Mit der Zerstörung dieser Kirche war der "Maßnahmeplan" der Staatssicherheit der DDR "zur Durchführung von baulichen Aufgaben für die Erhöhung von Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit an der Staatsgrenze zu Berlin-West" am "Objekt 7" vollzogen.

Der Grenzabschnitt Bernauer Straße war nach 24 Jahren ständigen Bauens und Perfektionierens - nach Vertreibung der Menschen aus ihren Wohnungen, nach Abriß der Häuser und Aufstellung der Stützwandelemente (Typ UL 12.41) aus Sicht der DDR-Machthaber "sicher und sauber".

Am 28. Februar 1985 sagt der Deutsche Bundeskanzler im Bericht zur Lage der Nation im geteilten Deutschland: "Das Ereignis ist 'Symbol'. Die Sprengung der Kirche zeigt, wie lang, wie schwer und wie ungewiß der Weg ist, der noch vor uns liegt, um mit der Teilung Europas auch die Spaltung Deutschlands zu überwinden."

Für die Mitglieder der Versöhnungsgemeinde bedeutete der Fall der Kirche eine tiefe Erfahrung von Ohnmacht. Wer so seine Ohnmacht erlebt, wird klein gemacht. Ihm wird eingeprägt: Du kannst nichts tun, du bist abhängig vom Wollen der Mächtigen. Als Gegenwehr bleiben symbolische Akte:

Unter anderem mit einem "Tanz an der Mauer" im Rahmen eines dreitägigen Gottesdienst, an Trinitatis 1986 nahm die Gemeinde Abschied von ihrer Kirche. In einer "Mauerrede" hieß es dazu: "Wir können etwas tun. Und wenn wir auf Symbolhandlungen vertrauen, dann wissen wir, Symbole haben eine stille Kraft, Unmögliches zu verwandeln in Möglichkeiten."
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